Die Wissenschaft der Liebe

Obwohl es unromantisch scheinen kann, ist es möglich Verliebtheit und Liebe mit Wissenschaft zu erklären. Alle Gefühle, die wir in den verschiedenen Phasen einer Beziehung erleben, können mit einfachen biologischen Reaktionen erklärt werden. Liebe kann tatsächlich in drei unterschiedlichen Phasen eingeteilt werden, in denen der Körper sehr unterschiedlich reagiert: Die Lust- und Begierde-Phase, die Anziehungsphase und die Etablierungsphase. Die Liebe fängt also mit der Verliebtheitsphase an, die auf viele Weisen an Geisteskrankheit erinnert, und endet mit einer Phase, die an Freundschaft erinnern kann.

Die Lust- und Begierde-Phase kennt man auch als die „Jagd“. Einige Personen lieben die Spannung und den Taumel, die man in dieser Phase erlebt, während andere die Instabilität und Dynamik dieser Phase ungern haben. In der Lust- und Begierde-Phase werden die Frauen von dem weiblichen Geschlechtshormon, Östrogen, beeinflusst, und die Männer werden von dem männlichen Geschlechtshormon, Testosteron, beeinflusst. Die Geschlechtshormone beeinflussen Frauen und Männer in unterschiedlichen Weisen. Sie sorgen dafür, dass wir unbewusst den Partner wählen, den wir geeignet als Mutter oder als Vater finden. Der Effekt der Geschlechtshormone ist in einigen Fällen so stark, dass wir „Liebe auf den ersten Blick“ erleben.

Die Anziehungsphase tritt ein, wenn die „Jagd“ überstanden ist, und man sich in einer bestimmten Person verliebt hat. Hier fokussiert das Gehirn auf diese Person und belohnt uns mit großen Mengen von Dopamin, wenn wir an ihn oder sie denken. Das Dopamin gibt uns einen Kick, der sich wie Schmetterlinge im Bauch anfühlt, und wir können nur an diese Person denken. Man kann sogar Probleme mit dem Schlaf und der Essgewohnheiten erleben, weil diese Person so viel im Kopf füllt. Diese Phase existiert, sodass wir einen Partner finden und das Überleben des Geschlechts sichern können – deshalb ist Sex auch einen großen Teil dieser Phase.

4-10 Monate nach der Anziehungsphase beginnt die Etablierungsphase, in der die Menge von Dopamin reduziert wird, und der Glücksrausch und die Schmetterlinge im Bauch allmählich verschwinden. In dieser Phase gibt es heute viele Paare, die auseinandergehen, weil das Verliebtheitsgefühl weg ist. Als der Mensch viel primitiver war, hatte das Paar in dieser Phase oft schon ein Baby, weshalb es ein Grund gab, die Beziehung zu dem Partner zu bewahren. In der Etablierungsphase wird das Dopamin mit dem Hormon Oxytocin ersetzt. Dieses Hormon macht uns ergeben, fürsorglich, sympathisch und veranlasst, dass wir eine tiefe Liebe für unseren Partner fühlen.

Verliebtheit kann sowohl an Drogensucht und Geisteskrankheit erinnern. In der Anziehungsphase, in der das Gehirn uns mit Dopamin belohnt, wenn wir an unseren Partner denken, werden Bereiche in dem Gehirn aktiviert, die auf vielen Weisen an den Rausch, die Drogenabhängiger bekommen, wenn sie Drogen nehmen, erinnern kann. Es ist ein Glücksrausch, von dem man abhängig werden kann. Forschung hat auch gezeigt, dass Menschen mit Zwangsvorstellungen und Menschen, die verliebt sind, ein Ding gemeinsam haben. Sie haben ein niedrigeres Serotonin-Niveau in dem Gehirn, welches Personen wirklichkeitsfern machen können. Personen mit einem niedrigeren Serotonin-Niveau fokussieren oft auch kräftig auf bestimmte Dinge.

Obwohl Verliebtheit ein schönes Ding ist, das uns Ekstase, Glücksrausch und Schmetterlinge im Bauch gibt, kann sie uns auch in wahnsinnige Liebesabhängiger verwandeln, die nicht länger vernünftig denken können. Also Vorsicht 😉